Veranstaltungsarchiv
Hier finden Sie alle interessanten Veranstaltungen, welche im Sechtbach-Huus stattgefunden haben:
Juli/August/September 2011; Bilderausstellung Maryana Demchuk;
Freitag, 7. Juli 2006
Impressionen Sommerfest 2006



Samstag, 28. Januar 2006
Dimitri bricht sein Schweigen
Der berühmteste Clown der Schweiz hat am Samstag in Bülach sein neues Programm «Ritratto» aufgeführt. Der Erlös aus der Benefizveranstaltung geht an das Sechtbach-Huus.
Caroline Bossert (Zürcher Unterländer)
In seinem neuen Programm «Ritratto» bricht Dimitri das Schweigen, um von der grossen Familie des Theaters zu erzählen, mit der er sich verbunden fühlt. In einer episodischen Erzählung lässt der Verwandlungskünstler dabei alle wundersamen Figuren der Commedia dell' Arte Revue passieren und verleiht ihnen seine Stimme. Dass man sie zuweilen nicht versteht – die Figuren unterhalten das Publikum in fünf Sprachen – tut dem Vergnügen aber keinen Abbruch. Denn der Meister der Mimen braucht nur den Mund zu öffnen, um das Publikum zum Lachen zu bringen.
So spielt es auch keine Rolle, wenn der Tessiner ganze Dialoge in der Muttersprache aufführt, um sie anschliessend auf Deutsch zu wiederholen. Oder wenn er minutenlang Kochrezepte auf Italienisch zum Besten gibt. Es sind die leisen Gesten und Blicke, mit denen er das Publikum in seinen Bann zieht.
Viele Lacher erntet Dimitri aber auch mit klassischem Slapstick und Clownerie. So etwa, wenn er sich mit der Panflöte einen Kopfschuss versetzen will oder sich beim Spielen auf ihr die Zähne ausschlägt und im Takt ausspuckt. So strahlen am Ende der Benefizveranstaltung lauter glückliche Gesichter.
Guten Draht zu Behinderten
Mit grosser Spannung und etwas Angst hatte Claus Herger die neunte Benefizveranstaltung für das Sechtbach-Huus, diesmal mit dem Clown der Nation, erwartet. «Bisher hatten wir nur kleine klassische Konzerte für etwa 100 Gäste organisiert», berichtete der Präsident des Vereins Pro Sechtbach-Huus. Doch die Nachricht, dass Dimitris Aufführung schon zwei Wochen im Voraus ausverkauft war, schlug all seine Befürchtungen in den Wind.
Zu Dimitri ist Herger durch ein Konzert gekommen, dass der Clown vergangenen Frühling in der SechtBar gab. Während andere Künstler sich durch die Geräusche der Menschen mit Behinderung im Publikum oft irritieren liessen, habe Dimitri sofort einen guten Draht zu ihnen aufgebaut, erzählt er. Später sind die beiden ins Gespräch gekommen. «Ich habe ihm aus Jux vorgeschlagen, in der Benefizveranstaltung aufzutreten, und er ist tatsächlich darauf eingegangen.»
Grenzen überwinden
Der gesamte Erlös der Veranstaltung kommt den Bewohnern des Sechtbach-Huus in Bülach zugute. Zu ihnen zählen Menschen mit Multipler Sklerose, Schädelhirntrauma und anderen neurologischen Erkrankungen. Doch die Benefizveranstaltungen sind nicht nur zur Geldbeschaffung gedacht. Den Veranstaltern ist es ebenso wichtig, den Kontakt zur Öffentlichkeit herzustellen. Bewohner und Gäste sollen gemeinsam einen schönen Abend erleben, damit die Grenzen, die zwischen Gesunden und Kranken bestehen, überwunden werden.
Freitag, 30. September 2005
Toni Vescoli "im Duo"
begeistert das Publikum in der Sechtbar
Ruth Dackerman (Neues Bülacher Tagblatt)
«Ich mache immer, was ich will!»
Rund 90 Zuschauer liessen sich am Freitagabend von der einzigartigen Ambiance der Sechtbar verzaubern. Ein Abend zum Geniessen, ein Abend voller Charme. Toni Vescoli ist mit 63 Jahren jung geblieben, seine Eigenkompositionen überzeugen.
Dienstag, 4. Oktober 2005
Zum zweiten Mal tritt er schon in Bülach in der Sechtbar auf, diesmal im Duo mit Markus Maggi (Akkordeon/Keyboards). Noch immer sind die verschiedenen Gitarren sein Markenzeichen, dazu die Mundharmonika, die er spöttisch mit einer Zahnspange vergleicht. «En Tag zum Brüele» — oder doch eher «en Tag zum Fire»? So beginnt ein Programm, das wie ein Feuerwerk Funken sprüht, rundum begeistert. Vescoli wechselt von Mundart ins Englische, zwischendurch singt er auf Spanisch, bringt Cover-Songs teilweise in deutscher Übersetzung. Immer aber bleibt er authentisch, reisst das Publikum mit, versteht, ruhige Sequenzen in das Programm hineinzubringen. Noch immer ist er der Alt-Rocker, so, wie ihn sein Publikum kennt und liebt.
«Ich habe zwei Seelen in meiner Brust, bin stolz auf das Viertel Tschinggeli in mir», schmunzelt er. Das Temperament kommt wohl von diesem Grossvater väterlicherseits, die Vorliebe für spanische und lateinamerikanische Rhythmen von den vier Jahren, die er als Kind in Peru verbracht hat, inmitten von Swing und Blues. Toni Vescoli lässt sich nicht auf eine Musikrichtung beschränken. Rock and Roll ist das eine, dazu kommen Country, Blues, Texmex. Vescoli: «Am liebsten bezeichne ich meinen Musikstil als Americana».
«Kitsch ist geil»
Emotionen pur wolle er rüberbringen, meint Vescoli mit einem Schmunzeln. Dies gelingt ihm mit Schmachtfetzen wie «La Feria», wo der stolze Reiter mit Revolver bewaffnet nach der schönsten Rose sucht, um sie im eigenen Garten zu pflanzen. Das Publikum honoriert diese Songs mit lauten Bravorufen. «Kitsch ist geil», spöttelt der Alt-Rocker über sich selber, zieht den Haargummi über seinem Rossschwanz zurecht. Zwischendurch wird während einem Lied die Gitarre nachgestimmt: «Entschuldigung, das tönt dermassen falsch!»
Die Zugabe von Bob Dylans «Blowing in the wind» wird zu einem Highlight der Interpretationskunst. Bob Marley hätte es als Reggae gespielt, in Moll wird es zum Blues, und in der Schweizer Techno-Interpretation tönt es ganz einfach schauderhaft. Mit «Hey, Baby, was isch los» wird noch einmal voll aufgedreht, bevor die alten Freunde des Blues angesprochen werden: «It's all over now baby blue.»
Ja, alles ist vorbei, wenigstens für diesen Abend, doch Toni Vescoli wird hoffentlich noch lange der bleiben, der er ist — ein absoluter Vollblutmusiker, der mit seinem Duopartner Maggi sichtlich harmoniert.
Den Auftritt in der Sechtbar geniesst er. «Die Gesellschaft sondert gerne alles ab, was unbequem ist. Inzwischen gehört dies immer mehr zum Normalen. Solche Anlässe unterstütze ich, wenn immer möglich.» Und was ist mit dem Songtext «Ich mache, was i will»? Macht er auch immer, was er will? «Im musikalischen Bereich sicher. Doch auch sonst habe ich gelernt, mit viel Power Gegendruck zu geben», spielt Vescoli auf seine Jugend an, in der sein Vater ihm auf autoritäre Art den Zugang zur Musik und zum Sport verwehren wollte. Der junge Toni hats damals geschafft, sich zu verwirklichen. Und jung fühlt er sich auf seine Art immer noch. Für das Publikum ist er es auf jeden Fall.
Freitag, 2. September 2005
Philipp Fankhauser Blues Band
Mit viel Liebe zum Blues
Am Freitag spielte zum ersten Mal die Philipp Fankhauser Blues Band in der ausverkauften SechtBar. Begleitet wurde Fankhauser vom Amerikaner Richard Cousins und von Tosho Yakkatokuo aus Japan.
Agnes Bühler (Zürcher Unterländer)
Philipp Fankhauser (links) brachte mit seiner Begleitband die Zuschauer im Bülacher Sechtbach-Huus zum Schwitzen.
Jürg Lüthi, Verantwortlicher des Sechtbach-Huus, begrüsst die zirka 150 Personen und stellt im vollen und heissen Saal seine Gäste vor. Der 1964 geborene Sänger und Gitarrist Philipp Fankhauser absolvierte einst eine Lehre in einem Hifi-Musikladen. Dort entdeckte er seine Liebe zum Blues. 1984 traf Fankhauser Johnny Copeland während einer Europa-Tournee. Zehn Jahre später lud dieser den Schweizer nach Amerika ein, dem Heimatland des Blues, wo er sogar bei der Familie von Copeland in deren Haus in New Jersey lebte.
Fankhauser tourte eine Weile als Gastsänger mit Copeland und seiner Band. Sein Gitarrenspiel ist entsprechend deutlich beeinflusst von seinem Mentor Copeland. Fankhausers Schweizer Wurzeln machten sich aber im Jahr 2000 bemerkbar, und er kehrte heim. Ein Höhepunkt seiner Karriere ist, als erster europäischer Bluesmusiker am Chicago Blues Festival teilgenommen zu haben. Die Formation um Fankhauser besteht seit 2002. Mit Richard Cousins am Bass, der seine Sporen in der Robert Cray Band abverdient hat, und Tosho Yakkatokuo am Schlagzeug. Bei Liedern wie «Who's Gonna Sing The Blues For You oder I Feel So Good» steigen die Temperaturen im Saal an.
Blues bei grosser Hitze
Ohne Kittel, dafür im Golfhemd kommentiert Fankhauser die Hitze im Raum humorvoll in seinem breiten Berner Dialekt: «Ihr chönd mer id Schueh blase. Blues hätt zwar öppis mit Reschpäkt z tue, aber mir isches da eifach z warm.» Zwischendurch kann sich Fankhausers Stimme erholen. Das zehnminütige Solo des Schlagzeugers wird vom Publikum mit einem Szenenapplaus gewürdigt. Das Publikum erklatscht sich am Schluss des Konzerts vier Zugaben.
Die nächste Station der Philipp Fankhauser Blues Band ist das «Moods» in Zürich, dann als Quartett mit einem zusätzlichen Keyboarder. Geplant ist auch eine neue CD. Im November beginnen die Band und Philipp Fankhauser mit den Aufnahmen.
Donnerstag, 24. Februar 2005
John Brack mit Band
sorgen in der Sechtbar für eine tolle Stimmung
Mit der Tat und der Wahrheit lieben
Bülach - Mit rund 90 Gästen war die Sechtbar am Donnerstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. John Brack mit seiner Band und Special Guest Bill Britt sorgten für ein begeistertes Publikum. Ein Konzert im intimen Rahmen mit viel zwischenmenschlichem Kontakt.
Gute Stimmung in der Sechtbar (von links): John Brack, Special Guest Bill Britt und Rolf Raggenbass. (Bild: Dimitri Hüppi)
von Ruth Dackerman
(Neues Bülacher Tagblatt)
Gespannt sitzen die Gäste da und warten auf ihn - John Brack. Er ist ein bekanntes Gesicht in Bülach, tritt seit 1994 regelmässig in der Sechtbar auf. Die vorderste Reihe ist reserviert für die Bewohner des Sechtbach-Huus, die auf ihre Rollstühle angewiesen sind. Ganz besonders auf John Brack freut sich Peter Parise, seit Geburt schwer cerebral behindert. «Ich komme an die meisten Konzerte hier im Haus. Nur ruhige Musik mag ich nicht besonders», erzählt er.
Kaum ist John Brack auf der Bühne, ist er voll präsent, scherzt mit dem Publikum. Die meisten Sechtbach-Huus-Bewohner kennt er mit Vornamen. Diese haben keine Hemmungen, bringen ihre Wünsche an, lassen Sprüche fallen. Die Musik begeistert alle — Countrymusik vom Feinsten, dazwischen Evergreens, Gospels, Blues- und Boogieeinlagen. Bei «Always fall in love with a broken heart» und «Don't come crying to me when it's over» kommen romantische Gefühle auf, bevor sich Brack beim Song «Coconut Beach» ein Cola light bestellt. «Ihr wisst ja, meine Linie», schmunzelt er über sich selber. Die Zuschauer freuts — John Brack will kein Star sein, er ist einer der Ihren.
Richtig brodelnd wird die Stimmung beim Eric-Clapton-Song «Before you accuse me». Begeistert klatscht das Publikum mit. Peter Parise hat keine Kraft in den Händen, um zu klatschen, aber er bewegt den Kopf zum Takt der Musik hin und her und lässt die Lichter seines Rollstuhls vor Begeisterung blinken. Beruhigend streicht ihm seine Freundin über die Haare: «Das mag er.»
Zum Schluss gibts von einer Sechtbach-Huus-Bewohnerin Pralinés für John Brack und seine Band. Er kennt das schon, hat darauf gewartet und freut sich. «Du bist sicher erst 30, sagt er zu der älteren Dame im Rollstuhl. Sie kichert. Ja, er kann es gut mit dem Publikum, John Brack, der sich selber nicht als «Halleluja-Typ» bezeichnet. «Ich mache viel für Behinderte, möchte aber nicht, dass gross darüber geschrieben wird. Das hat mit meiner Art Glauben zu tun. Die behinderten Konzertbesucher nehme ich genauso ernst wie die anderen, und meine Band unterstützt mich grosszügig. Uns geht es gut, anderen weniger.»
Seine gelebte Solidarität mit Menschen, die vom Schicksal nicht verwöhnt wurden, wird an diesem Abend deutlich. Dafür liebt ihn sein Publikum. Authentisch, ehrlich — ein grossartiger Mensch und Künstler. Den Bibelspruch aus dem ersten Brief Johannes trägt er immer auf sich: «Meine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und der Wahrheit.»
Die Lichter gehen aus, die Sechtbar leert sich. Noch ein Foto mit «ihrem» John Brack wünschen sich zwei Bewohnerinnen des Sechtbach-Huus. Er nimmt sich Zeit, spasst ein letztes Mal, bevor der Abend definitiv zu Ende ist. Peter Parises Augen leuchten. Das nächste Mal wird er wieder dabei sein, ausser — ja, ausser die Musik sei zu langsam.
Die regelmässigen Veranstaltungen im der Sechtbar stehen unter dem Patronat des Vereins Pro Sechtbach-Huus. Finanziert werden sie durch die Eintrittspreise, die Konsumationen und durch diverse Sponsoren. Ziel der Veranstaltungen ist gemäss Jürg Lüthi, Leiter des Sechtbach-Huus, den Bewohnern sowie einem breiten Publikum ein abwechslungsreiches Programm zu bieten und eine Ghettoisierung zu vermeiden. Der nächste Anlass findet am 1. April statt, und zwar mit Dodo Hug.
Samstag, 22. Januar 2005
Roberto und Dimitri
Publikum in ausverkaufter «SechtBar» von Tessiner Volksweisen begeistert
Roberto und Dimitri - Das Comeback
Bülach - Das erste «SechtBar»-Konzert im neuen Jahr war ein grandioser Erfolg: Roberto und Dimitri präsentierten am Samstagabend Tessiner Volksmusik in ausverkauftem Haus. Seit etwa einem Jahr treten die beiden Künstler nun wieder zusammen auf, nachdem sie 25 Jahre pausiert hatten. Weitere Auftritte und Projekte sind geplant.
Traditionelle Tessiner Volksweisen in der «SechtBar» mit Roberto (links) und Dimitri. (Bild: hü)
von Dimitri Hüppi (Neues Bülacher Tagblatt)
Schon seit einiger Zeit seien für die «SechtBar» vom vergangenen Samstagabend keine Tickets mehr erhältlich gewesen, bestätigt Jürg Lüthi, Leiter des Sechtbach-Huus. Roberto und Dimitri sind an diesem Abend die Stars, auf die alle Besucher gespannt warten. Endlich treten die beiden ins Scheinwerferlicht, wo sie mit tosendem Applaus begrüsst werden. Als sich das Publikum wieder beruhigt, wird es von Dimitri begrüsst: «Es ist eine Freude, hier spielen zu dürfen!» Beide strahlen und man merkt schnell, dass die beiden sich gut verstehen — noch genauso wie damals, als sie im Kellertheater Thun die Schallplatte «Canti popolari nel Ticino» aufgenommen haben. Griff damals allein Dimitri zur Gitarre, so singen und spielen sie heute gemeinsam. Es sind dieselben Lieder, die auch auf der Schallplatte zu finden sind, mit denen sie die Gäste in der «SechtBar» beglücken.
Bevor Roberto und Dimitri jeweils ein Lied anstimmen, übersetzt Dimitri den Inhalt kurz auf Deutsch, worüber vielleicht auch jene froh sind, die zwar der italienischen Sprache, nicht aber des urchigen Tessiner- oder Norditaliener Dialekts mächtig sind. Die beiden Künstler unterhalten das Publikum nicht nur mit Gesang und Spiel, sondern auch mit passender Mimik und Gestik. Ebenso wenig fehlen kleinere tänzerische oder schauspielerische Einlagen, was den Auftritt äusserst lebendig und unterhaltsam werden lässt.
Weitere gemeinsame Projekte
Die traditionellen Volksweisen, mit welchen Roberto und Dimitri aufgewachsen sind, erzählen Geschichten aus dem Leben — einmal traurig, dann wieder lustig. Bei ihrem Auftritt überwiegt aber das Fröhliche und so wird denn im Publikum nicht nur bewundernd zugehört, sondern auch mitgesungen und recht viel gelacht! Am Ende wird solange applaudiert, bis eine Zugabe folgt.
Als Roberto und Dimitri nach der zweiten Zugabe die Bühne wieder verlassen, nimmt die Begeisterung unter den Zuschauern noch immer kein Ende, so dass die beiden Künstler noch zu einer dritten und letzten Zugabe auf die Bühne treten.
Roberto und Dimitri haben im Sinn, dieses Jahr eine neue CD aufzunehmen, unter anderem mit Liedern, die sie bereits vor 25 Jahren aufgenommen haben sowie mit einigen anderen. Weitere Auftritte sollen dieses Jahr ebenfalls folgen — der nächste ist im Teatro Dimitri in Verscio TI geplant und soll gegen Ende März oder Anfang April stattfinden, so die beiden Künstler.
Freitag, 3. Dezember 2004
Asita Hamidi's Bazaar
Bülach — Mit ihrer CD-Release-Tour begeistern Asita Hamidi und ihre Band Freunde der «Bazaar-Music». Ihren zweiten Tour-Auftritt hatten sie am vergangenen Freitagabend in der gut besuchten SechtBar. Auch auf ihrem neuen Album «blue ark» kombinieren die vier Musiker, deren Wurzeln im Iran, in Schweden und der Schweiz liegen, traditionelle mit modernen Klangbildern.
Björn Meyer mit Asita Hamidi (Gesang, Harfe und Gu-Cheng). (Bild: hü)
von Dimitri Hüppi (Neues Bülacher Tagblatt)
Beginnen die Konzerte in der SechtBar im Allgemeinen immer um 20 Uhr, so gab es am vergangenen Freitagabend eine leichte Verspätung, die durch eine kleine technische Panne verursacht wurde, wie Jürg Lüthi, der Leiter des Sechtbach-Huus, das zahlreich erschienene und gespannt wartende Publikum informierte. Die «Wartezeit» schien für die Besucherinnen und Besucher jedoch kein Problem zu sein, zumal die SechtBar - wie es der Name schon sagt - nicht ein reiner Konzertsaal, sondern auch eine Bar ist, wo man sich jeweils vor und auch nach den Darbietungen in einer angenehmen Atmosphäre bei einem Drink und einem Snack gemütlich unterhalten kann. Nicht zuletzt soll auch den Sechtbach-Huus-Bewohnern durch die Konzerte und den Barbetrieb etwas Abwechslung geboten werden.
Als die in Wien geborene und in Teheran (Iran) sowie Bern aufgewachsene Asita Hamidi mit ihrer Band nach einigen Minuten schliesslich die Bühne betritt, ist die Begeisterung im Publikum gross und wird immer grösser, je mehr Klangbilder Asita Hamidi's Bazaar hervorzaubern. Ihre Musik lässt sich nicht leicht beschreiben und ebenso wenig in eine gängige Sparte wie etwa Pop oder Volksmusik einordnen. Asita Hamidi nennt sie ganz einfach «Bazaar-Music». Von Asita Hamidi und Björn Meyer stammen die meisten Impulse, die in der Bazaar-Musik umgesetzt werden, so die Musikerin, welche mit viel Feingefühl ihre Harfe und das Gu-Cheng, ein liegendes und aus China stammendes Zupfinstrument, zum Klingen bringt.
Den aus Schweden stammenden Björn Meyer, lernte Asita Hamidi vor einigen Jahren in Zürich kennen, als sie dort einen Auftritt hatte - er ist heute Bassist bei Asita Hamidi's Bazaar. Er hat mit Asita Hamidi bereits drei Alben produziert. Bruno Amstad, der seit etwa zwei Jahren mit Asita Hamidi musiziert und auf zwei Alben mitwirkte, benötigt auf der Bühne weiter nichts als seine Stimme und ein angeschlossenes Mikrofon, um mit seinem Gesang und seinen «human soundeffects» der Bazaar-Musik die zentralen Elemente, die wohl nicht fehlen dürften, zu geben. Zusammen mit Asita Hamidi singt er eine Fantasiesprache, wie die Musikerin verrät, die jedoch dem Persischen vom Klang her sehr nahe komme.
Singen die beiden nicht, so brummt Bruno Amstad ins Mikrofon oder haucht geheimnisvoll wirkende Töne hinein. Kaspar Rast, der solange in dieser Band spielt wie Bruno Amstad und ebenso interessante Soundeffekte mit Schlagzeug und Perkussion in die Klangbilder einbringt, durfte in dem Ensemble natürlich auch nicht fehlen.
Um immer wieder neue Musikkreationen zu schaffen, sei Offenheit für fremde Kulturen und Forschergeist von grosser Bedeutung, so Asita Hamidi. Forschergeist brauche es deshalb, da zum Teil erst eine Weile getüftelt werden müsse, bis Harfe und Bass aufeinander abgestimmt seien. «Bazaar-Music» gehört definitiv noch nicht zum Alltäglichen, doch der Ausdruck scheint passend. «Bazaar bedeutet für uns ein Ort auf der Welt, wo Platz ist für verschiedene Kulturen und Ideen», so Asita Hamidi. Eindeutig ist jedenfalls der orientalische Touch, der hauptsächlich durch den pseudo-persischen Gesang Asita Hamidis und Bruno Amstads zum Ausdruck kommt.
Das Publikum in der SechtBar war von der Darbietung begeistert - es wurde heftig applaudiert und zugerufen, so dass auch eine Zugabe nicht fehlen durfte.
Samstag, 20. November 2004
Bülacher Novemberklassik in der reformierten Kirche Bülach
Bülach schnuppert skandinavische Stimmungsbilder
Am Samstag fand die achte Bülacher «Novemberklassik» statt. Das Benefizkonzert zu Gunsten des Sechtbach-Huus wurde von den Musikern Elisabeth Trechslin, Gitarre, und Peter Nagel, Flöte, bestritten. Ein ausgewähltes Programm von vorwiegend skandinavischen und brasilianischen Werken bot an mancher Stelle Raum zum Gedanken sammeln.
Skandinavische und brasilianische Verführungskünstler: Elisabeth Trechslin (Gitarre) und Peter Nagel (Flöte). (Bild: flo)
von Florian Schaer
(Neues Bülacher Tagblatt)
Die anderthalbstündige Darbietung begann wohl mit drei arrangierten Arien aus Mozarts Zauberflöte. Aber schon im zweiten Programmpunkt wiesen Gitarren- und Flötenklänge hinauf in den hohen Norden. Der gebürtige Schwede Peter Nagel umspielte seine Heimat, und man mochte ihm schon glauben, dass er zuweilen auch ein klein wenig von sich selbst erzählen wollte, während er mit seiner Flöte skandinavische Kompositionen streichelte. Nun ja, das hiesige Novemberwetter mochte nicht schlecht zur Stimmung passen, schliesslich stellt man sich Norwegen oder Dänemark gemeinhin ja auch nicht tropisch vor. Und selbst wenn ein Werk von Benny Andersson mit dem Titel «Leicht wie ein Sommervogel» im Programmblatt stand, behielten trotzdem die meisten der zahlreichen Konzertbesucher ihren kuscheligen Wintermantel fest zugeschnürt.
Gekonnte Virtuositäten
Die Musik berührte, entführte. Das Konzert war mit elf Werken von acht Komponisten sicher nicht zu kurz. Und die beiden Musiker hatten sich nicht mit den leichtesten Noten begnügt. So war denn auch Elisabeth Trechslins viersätzige Solo-Einlage (Carlo Domeniconi: Suite für Gitarre) anspruchsvoll genug. Beide Künstler fanden in den brasilianischen Stücken ausreichend Möglichkeiten, ihr technisches wie gleichwohl auch ihr interpretatives Können unter Beweis zu stellen. Dass Peter Nagel den Aufwand nicht scheute, jedes der Werke in ein paar Worten zu erläutern, trug wesentlich dazu bei, dass sich auch die Musikbanausen unter den Zuhörern ein Bild von der vermittelten Stimmung machen konnten. Sicher ein weiteres Qualitätsmerkmal des Konzertabends neben der professionellen musikalischen Darbietung. Und dass für die Novemberklassik mit der reformierten Kirche eine Räumlichkeit gewählt wurde, die der Sechtbar akustisch bekanntlich um Meilen voraus ist, das ist zusätzlich höchst erfreulich festzustellen. So realisiert, sind Konzerte höchst sehens- und hörenswert.
29. Oktober 2004
Michael von der Heide
«Alperose» und «leeri Dose»
Grosser Besucherandrang am Freitagabend in der SechtBar. Michael von der Heide und seine Band gingen mit «Helvetia» vor Anker und begeisterten die Zuhörer mit Hits aus vergangenen Tagen
(Katrin Brunner, Zürcher Unterländer)
Spiel mit dem Publikum
Mit Charme und einer geballten Ladung Humor verstand es von der Heide, das Publikum mit einzubeziehen, das den Ball aufnahm und seinerseits den Künstler zu unterhalten schien. Dies alles trug zur ausgelassenen Stimmung in der bis auf den letzten Platz besetzten SechtBar bei.
24. September 2004
Clara Moreau
Eine Stimme, die den Himmel aufreisst / Man nehme die Stimme von Edith Piaf, das lachende Gesicht von Dimitri und den Charme von ganz Paris - und sieht Clara Moreau / Ihre Interpretationen erscheinen als Ausdruck höchster künstlerischer Individualität / Sie singt ihre Lieder nicht nur, sie erweckt sie zum Leben. / ...versprühte sie Charme, bezauberte mit Herzlichkeit und imponierte mit Können/Berückende Interpretation / bouleversant / Etwas fürs Herz / Entfesselte Glut, raue Stimme und pariserischer Charme / Temperamentvolle Sängerin / Halb Bohémienne, halb Grande Dame/Ihre Stimme ist überraschend stark, verrät flammende, kämpferische Glut wie auch eine unergründliche Seite der "femme fatale" / ...und das Dramatische kratzte die sonst so klare Stimme richtig auf / ...kann trotz ihres mal gefährlich angerauten, mal hauchzart tremolierenden tiefen Mezzo-Soprans mehr als Herzeleid im grossen Stil. Sie kann auch: tragikomisch, ironisch, international.
Das Repertoire: Chansons von Léo Ferré, Boris Vian, Mouloudji, Serge Reggiani, Astor Piazzolla, Boby Lapointe, Serge Gainsbourg, Thomas Fersen, Jacques Brel, Charles Aznavour, Edith Piaf, Domenico Modugno, Jacques Dutronc, Mercedes Sosa u.a.
7. September 2004
Büli Talk
Julia Onken, dipl. Psychologin, Psychotherapeutin und Autorin
Dass in Sachen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau die Ziele noch längst nicht erreicht sind, mehr Solidariät zwischen jungen und älteren Frauen gelebt werden sollte und dass durch das zunehmende Alter neue Dimensionen geöffnet werden, zeigte Psychologin, Psychotherapeutin und Buchautorin Julia Onken unter anderem in einer vollbesetzten Sechtbar auf.
Moderation: Christine Fivian, Chefredaktor Zürcher Unterländer
20. August 2004
Stiller Has
Schon seit 1989 begeistert Stiller Has mit Heimatliedern ohne Heimat, mit zum Heulen komischen Minidramen, mit herzerweichenden Liebesliedern, mit Dialekte wechselndem Wortwitz, mit grossposig inszenierten, heiter-jammernden Songs. Stiller Has springt zwischen Poesie, Ballade, Krach, Witz, Sprechgesang, Pop, Blues und Rock´n´Roll hin und her, schlägt Haken zwischen Kabarett, Performance, Literatur und Musik, Kunst und Kitsch und verblüfft durch musikalische Infernos.
19. August 2004
Sommerfest
Zum dritten Mal feierten die Bewohner vom Sechtbach-Huus mit ihren Angehörigen, Freunden und Nachbarn ihr Sommerfest. Diesmal stand der Anlass im Zeichen der Zigeuner. Gerne erinnern sich die Besucher an das Sommerfest vom letzten Jahr: mit der Aufführung des hauseigenen Rollstuhl-Theaters und dem Stück «Auf der Erfindermesse». Oder an den ersten Anlass mit der Steelband «Panvino» aus Bülach. Beide Mal erfreute sich das Sechtbach-Huus grosser Nachfrage. Die Stimmung passte auch am vergangenen Donnerstag, bei der dritten Auflage. Trotz strömendem Regen harrten einige der rund 100 Gäste unter dem überdachten Vorplatz aus. Der Rest machte es sich drinnen gemütlich und erwärmte sich an der musikalischen Darbietung von «Tremozioni», die ihre Zuhörer auf eine musikalische Reise durch Europa führte. Die vier Musikerinnen hielten auf rund 30 Stationen und spielten mitunter jüdische Volksmusik oder — passend zum Tagesthema - Zigeunerfolk. Salat- und Kuchenbuffet, Grill und Bar bedienten die Sechtbach-Huus-Mitarbeitenden. Für die Dekoration wurden sie von den 24 Bewohnern unterstützt. «Ihnen gilt dieses Fest», meinte Jürg Lüthi, Leiter des Hauses. «Unsere Bewohner lieben den Kontakt nach aussen und wollen auf keinen Fall anonym bleiben.» Gepflegt werden auch die Beziehungen zum Partnerhaus in Bärenmoos, das mit einer Delegation gut vertreten war.
25. Juni 2004
Pfannestil Chammer Sexdeet
Nicht der Rückzug zählt, sondern die Beobachterposition. Patina ist ein Stück über das, was passiert, wenn wir vom Hellen in die Dunkelheit treten. Oder vom Lärm in die Stille. Von draussen nach drinnen. Unsere Sinne brauchen sich erst an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen, derweil allerlei Spuk über unsere Netzhaut flimmert, über unser Trommelfell streicht: Sind es wirre Kombinationen des fragmentarischen Unbekannten oder Bruchteile
liebgewordener Tagträume?
Schwer zu erkennen in der Dämmerung.
Der Begriff "Pfannestil" ist in diesem Zusammenhang übrigens kein Haushaltsgerät, sondern ein Landstrich im Zürcherischen. "Chammer" bezeichnet den ursprünglichen Ort der Aufführung: die höfische Kammer (vgl. Kammermusik). Der Begriff "Sexdeet" relativiert diese soziogeographischen Gebundenheiten allerdings ein Stück weit ("seis da – seis dort" = dial. "sexdaa – sexdeet") und meint zusammenfassend, es komme eigentlich alles nicht so drauf an.
25. Mai 2004
Doppelbock und Christine Lauterburg
Man vergesse all seine Klischees über Schweizer Volksmusik. Das Musiker-Kollektiv «Doppelbock», von dem drei Mitglieder am Freitagabend Christine Lauterburg begleiteten, setzt sich mit Schweizer Volksmusik auseinander. Es interpretiert die alten Melodien im Kontext der Zeit und verbindet so die Suche nach den Wurzeln mit den Bedürfnissen globaler Zugehörigkeit. Speziell ist vor allem das Instrumentarium von «Doppelbock», dessen Mitglieder allesamt Multiinstrumentalisten sind: das Fagott kommt dabei ebenso zu Ehren wie die altertümlich wirkende, seltsam sirrende Drehleier. So woben Dide Marfurt, Matthias Lincke und Catrina Bolli einen faszinierenden, verträumten Klangteppich, der in seinem archaischen Wesen an mittelalterliche Spielmänner und Gaukler erinnerte, wie man sie einst an den Jahrmärkten antraf.
Puristen sind die «Doppelbock»-Mitglieder freilich nicht. So mischen sich auch konventionellere Geigen- und Gitarrenklänge ins Ganze und ergeben so eine vielschichtige Synthese aus Tradition und Moderne. Und über allem thronte die ohne Mikrophon höchste Stärken erreichende, teils singende, teils jodelnde Stimme der Lauterburg. Sie vorzustellen, hiesse Wasser in die Glatt zu tragen.
11. Mai 2004
Büli Talk
Jann Billeter, Sportredaktor und Moderator von "Sport-Aktuell" SF DRS
Moderation: Thomas Maag, Kommunikationsberater.
Sportredaktor Jann Billeter hatte eine grosse Hockeykarriere vor sich. Aber dann veränderte eine Nierenkrankheit sein Leben. Von diesem und anderen Erlebnissen erzählte er in der Sechtbar den Zuhörern.
(Bild: zvg)
6. April 2004
Büli Talk
Sigi Feigel, Ehrenvorsitzender der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich
Der Ehrenpräsident der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich sprach sich einmal mehr für Toleranz aus. Allerdings auch gegen eine exzessive Einbürgerungspolitik.
Sigmund Feigel, im Gespräch mit Friedel K. Husemann. (Bild: pha)
2. April 2004
Nina Dimitri
La cantante delle piazze
Der Freitagabend verwandelte die SechtBar in einen grossen Platz, auf welchem eine Zuschauermenge gespannt die Darbietung einer Künstlerin verfolgte. Die Künstlerin war niemand anders als Nina Dimitri, die vor acht Jahren schon einmal in der SechtBar aufgetreten ist. Mit ihrem stimmungsvollen Programm «La Cantante delle piazze» begeisterte sie die Zuschauerinnen und Zuschauer.
9. März 2004
Büli Talk
Martin Werlen, Abt Kloster Einsiedeln
Moderation: Lucia Eppmann, Chefredaktorin Neues Bülacher Tagblatt
Er ist einer der jüngsten Äbte - und er ist «Äbtissin» zugleich. Den Umgang mit den Medien ist er sich offensichtlich gewohnt. Der Einsiedler Abt Martin Werlen stellte sich im Sechtbach-Huus den vielen Fragen. (Bild: dt)
27. Februar 2004
Rolf Raggenbass
Auch diesmal freuten wir uns Rolf Raggenbass mit seiner Country Heart Band in der Secht Bar begrüssen zu dürfen.
Zusammen mit den virtuosen Musikern seiner Band und einem attraktiven Repertoire aus eigenen und aktuellen Songs aus Amerika hatte Rolf Raggenbass das Secht Bar-Publikum wieder in absolute Hochstimmung versetzt.
13. Februar 2004
Airla
Ziemlich spontan und ohne im Halbjahresprogramm vorgemerkt zu sein, fand am vergangenen Freitagabend in der Secht Bar ein Konzert der Extraklasse statt. Mit ihrer keltischen Musik begeisterte die irisch-schweizerische Band «Airla» das Publikum, das wieder einmal so zahlreich erschien, dass kein freier Platz mehr übrig blieb.
Airla sind die drei Iren Mick DeHoog (Geige), Joe Mc Hugh (Irischer Dudelsack und Flöte) und Alan Burke (Gitarre und Gesang) sowie der Schweizer Christian Fotsch (Bouzoukie und Kontrabass).
31. Januar 2004
Vera Kaa
Schon zwei Wochen vor dem Konzert waren sämtliche Tickets verkauft. Alle Sechtbach-Huus Bewohner, die sich das Konzert nicht entgehen liessen, wie auch alle übrigen Besucher waren hingerissen vom Auftritt der legendären Rocklady Vera Kaa und ihrer hochkarätigen Band.
Sie hat gezeigt, dass sie mehr kann als nur rocken. Mit ihrer Band sang und witzelte sie sich rund zwei Stunden lang in die Herzen des Publikums. Ob gefühlvoll oder rockig: Vera Kaa hat überzeugt und begeistert.
Vera Kaa mit Remo Kessler (rechts) an der Gitarre. (Bild: hü)